Autohalle | Fiat 2300 Berlina - Ein typischer Blender

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Abbildung 1: Die italienische Oberklasse-Limousine präsentiert sich wieder von ihrer schönsten Seite

Beanstandungen

Der aus Deutschland angelieferte Neuzugang eines Kunden sollte lediglich in der Schweiz als Veteran zugelassen und einem gründlichen Service unterzogen werden. Im Verlauf der Arbeiten stellte sich der Wagen jedoch als waschechter «Blender» heraus.

Neben dem zerschlissenen Interieur und beschädigten Zierteilen fielen vor allem der schlechte Motorlauf, die ausgeschlagene Aufhängung und eine rund 1 cm dicke Schicht Unterbodenschutz am gesamten Unterboden negativ auf.

Grundsätzlich schienen alle Probleme lösbar – wäre da nicht die schlechte Ersatzteilversorgung.

Karosserie

Der schlechte Zustand des Fahrzeugunterbodens war der Auslöser für die umfangreiche Restauration. Unter der dicken Schicht aus Unterbodenschutz und Schmutz kam ein Flickwerk aus früheren Reparaturen und Rostschäden zum Vorschein.

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Abbildung 2: Der erste Eindruck täuscht: Äusserlich macht der Wagen zunächst einen guten Eindruck.
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Abbildung 3: Vermurkste Vergaser-Venturis, ein undichter Hauptbremszylinder und eine stark verbastelte Elektrik – unter der Haube zeigt sich die wahre Geschichte des Wagens.

Nach der Demontage der Achsen und des Motors wurde die Karosserie zum Trockeneisstrahlen gebracht. Dabei offenbarte sich das ganze Ausmass der früheren Reparaturen: geklebte, genietete, geschraubte, geschweisste und gelötete Bleche. Ein beeindruckendes Flickwerk!

Nachdem auch der Innenraum ausgebaut worden war, wurde der Unterboden beim Spengler fachgerecht instand gesetzt. Anschliessend wurden der Unterboden und der Motorraum neu lackiert.

Motor

Eine gründliche Diagnose brachte starke Laufspuren und eine zu geringe Kompression an den hintersten Zylindern zum Vorschein. Damit war klar: Eine komplette Motorrevision war unumgänglich.

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Abbildung 4: Deutliche Laufspuren an der hintersten Zylinderwand
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Abbildung 5: Kaffeesatz-Lesen in der Ölwanne.

Motorblock und Zylinderkopf wurden extern überarbeitet. Auch die Anbauteile des Motors mussten aufwendig instand gesetzt werden, da einige davon nicht mehr erhältlich waren.

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Abbildung 6: Schritt für Schritt nimmt der überarbeitete Rumpfmotor wieder Gestalt an.

Der Auspuffkrümmer konnte gebraucht noch aufgetrieben werden, befand sich jedoch in einem ähnlich schlechten Zustand. Deshalb wurde das Originalteil geschweisst und die Dichtflächen wurden gefräst.

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Abbildung 7: Zylinderkopf mit eingelaufenen Ventilführungen und massiven Ablagerungen am Auslassventil
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Abbildung 8: Der gerissene Auspuffkrümmer wurde geschweisst und die Dichtfläche fachgerecht nachbearbeitet.

Den Vergaser gab es zwar noch als Neuteil, doch auch dieser überzeugte nicht. Sein Befestigungsflansch war derart verzogen, dass er nachbearbeitet werden musste.

Da kein brauchbares Ersatzteil erhältlich war, musste auch die Nockenwelle nachgeschliffen werden.

Ein besonders hoher Aufwand war bei der Riemenscheibe erforderlich. Wie bei vielen Fiat-Modellen ist darin ein Schleuderfilter integriert. Bei diesem Fahrzeug war das Gussteil gerissen und bereits mangelhaft repariert worden.

Da das Fahrzeug mit einer Klimaanlage ausgestattet war, unterschied sich die Riemenscheibe von jener bei Modellen ohne Klimaanlage. Deshalb musste das Bauteil auf der Drehbank passend bearbeitet werden.

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Abbildung 9: Gerissene und schlecht reparierte Riemenscheibe
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Abbildung 10: Neue Riemenscheibe im Hintergrund und angepasstes Pully mit Schleuderfilter im Vordergrund
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Abbildung 11: Nicht nur technisch, sondern auch optisch wieder in Bestform.

Getriebe

Einzig das Getriebe befand sich in einem zufriedenstellenden Zustand. Der Overdrive funktionierte einwandfrei, sodass lediglich die gealterten Dichtungen ersetzt werden mussten.

Die Kupplung wurde vorsorglich erneuert und das Schwungrad bei uns in der Werkstatt nachgeschliffen.

Aufhängung

An der Aufhängung waren praktisch alle Lagerungen eingelaufen und ausgeschlagen. Viele Komponenten konnten durch Teile anderer Fiat-Modelle ersetzt werden.

Der Fiat 2300 verfügt jedoch über eine spezielle Drehstabfederung an der Vorderachse. Die dafür benötigten Gummi-Metall-Lager wurden anhand eines eigens erstellten 3D-Modells von einem Zulieferer neu angefertigt.

Alle Aufhängungsteile wurden sandgestrahlt und neu lackiert.

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Abbildung 12: Das Traggelenk am Querlenker war ursprünglich vernietet und wies deshalb kleinere Bohrungen auf. Mithilfe speziell angefertigter Reduzierhülsen können die Gelenke nun verschraubt montiert werden.

Bremsanlage

Die Bremsanlage wurde komplett revidiert. Die Bremssättel wurden neu gehont und abgedichtet. Da die vorderen Bremsscheiben nicht mehr erhältlich waren, wurden sie überdreht.

Auch die maroden Bremsleitungen wurden erneuert und nachgefertigt.

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Abbildung 13: Die vorderen Bremssättel waren mit Schmutz, Fett und Unterbodenschutz überzogen. Teilweise waren die Bremskolben fest, die Manschetten gerissen.

Karosserie und Lackierung

Der Lack und die Karosserie wurde im Anlieferungszustand belassen. Karosserie und Lackierung

Der Lack und die Karosserie blieben im Anlieferungszustand erhalten. Lediglich am Unterboden und im Motorraum wurde nach der Rostbeseitigung eine neue Beschichtung aufgetragen.

Innenraum

Das Interieur war grundsätzlich noch brauchbar. Die Sonneneinstrahlung hatte jedoch zu Rissen im Kunstleder des Fondbereichs geführt. Zudem unterschieden sich die Vordersitze farblich von der übrigen Innenausstattung.

Der Kunde entschied deshalb, das gesamte Interieur mit einheitlichem Leder neu beziehen zu lassen.

Grössere Probleme bereiteten die Zierteile und Abdeckungen. Sämtliche Kunststoffteile waren mindestens an einer Stelle gebrochen. Auch die verchromten Teile waren beschädigt oder gerissen.

Die Kunststoffleisten am Dachhimmel und an den Seiten wurden aufwendig zusammengeschweisst. Fehlende Stellen wurden mit Kunststoff ergänzt, anschliessend gespachtelt und lackiert.

Abschluss

Die Arbeiten konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Das Fahrzeug bestand die MFK und erhielt den Veteraneneintrag.

Es freut uns, dass der Kunde diesen kostenintensiven Weg gemeinsam mit uns bis zum Schluss gegangen ist. Das Ergebnis war jede Arbeitsstunde wert – auch wenn wir auf eine derart zermürbende Ersatzteilsuche gerne verzichten würden.

Eckdaten zum Projekt
Auftrags Nr. 309
Eckdaten zum Fahrzeug
Hersteller Fiat
Typ 114b, 2300 Berlina
Jahrgang 1967
Motor 2279 ccm, R6, OHV

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Am 18. November 2026 bleibt das Restaurant über den Mittag komplett geschlossen für einen exklusiven Anlass. Ab dem 19. November gibt’s wieder wie gewohnt Zmittag.

Liebe Grüsse vom Autohalle Team